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18.07.2018 / Inland / Seite 4

Der Tod ist kein Härtefall

Prozess wegen Eigenbedarfsklage: In zweiter Instanz verliert Tochter des im März verstorbenen Mieters

Jan Greve

»Wir haben ein sehr soziales Mietrecht.« Ungläubiges Lachen und Johlen auf der Besucherbank sind die Quittung für den Satz der Richterin, die im Amtsgericht Berlin-Mitte am Dienstag vormittag eine Verhandlung führt. Es geht um eine Räumungsklage wegen Eigenbedarfs – wer als Mieter in einer Großstadt lebt, könnte allein bei diesen Worten schon zusammenzucken. Der vorliegende Fall zeigt exemplarisch, warum dieses juristische Instrument vielerorts für Kopfschütteln sorgt. Es geht um Jürgen Rostock, den ehemaligen Leiter des Dokumentationszentrums Prora, Publizisten und jW-Autor. Im März starb der gesundheitlich angeschlagene 81jährige. In seinen letzten Lebensjahren hatte er sich mit dem Drängen von Lina J. auseinandersetzen müssen, die ihn aus seiner Wohnung haben wollte, in der er seit 1990 lebte.

2015 bekam Rostock die Kündigung. Da er die Begründung der Vermieterin nicht teilte, zog er vor Gericht. J. hatte erklärt, in die ihr seit zwei Jahren gehörende ...

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