16.07.2018 / Politisches Buch / Seite 15

An Washingtons Leine

Studie interpretiert den Streit um die russischen Gaslieferungen nach Deutschland geopolitisch

Reinhard Lauterbach

Gröber geht nicht? Geht immer. US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch in bisher beispielloser Weise gegen die BRD ausgeteilt: Sie sei »ein Gefangener Moskaus«, der Pipelines bauen wolle, »um Milliarden in die russische Staatskasse zu pumpen«. Geschenkt, dass das Unsinn ist und dem Grundsatz der Vertragsfreiheit zuwiderläuft, wonach sich jeder Marktteilnehmer seine Lieferanten und Kunden selbst wählen kann. Wer den logischen Fehler begeht, eine Wirkung – dass für Lieferungen bezahlt werden muss – zum beabsichtigten Ziel zu erklären, unterstellt der Gegenseite a priori bösen Willen. Bzw. anders herum argumentiert: Wer den Standpunkt vertreten würde, der Import des im Vergleich teureren US-amerikanischen Flüssiggases werde betrieben, um Profite von US-Konzernen und darüber Steuereinnahmen der US-Regierung zu generieren, hätte zwar nicht Unrecht, wäre aber sofort als »russischer Troll« entlarvt.

In dieser Situation ist die Studie der Politikwissenschaftler...

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