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16.07.2018 / Feuilleton / Seite 10

Trösten reicht nicht

Vom Überwintern der Vernunft. Zum Tod von Christine Nöstlinger

Peter Merg

Wer in seiner Jugend Christine Nöstlinger liest, hat gute Chancen, dass aus ihm etwas wird – zumindest kein demütiger Duckmäuser. Denn Nöstlingers Heldinnen sind Kinder, die widersprechen, Außenseiter, die sich nichts gefallen lassen von dummen Autoritäten und einstehen für sich und Schwächere. Etwa die Geschwister Wolfgang und Martina, die den intriganten Gurkenkönig bekämpfen (»Wir pfeifen auf den Gurkenkönig«, 1972) oder Hugo (»Hugo, das Kind in den besten Jahren«, 1983), der eine Gewerkschaft zur Verteidigung von Kinderrechten gründet und weiß: »Man muss einschreiten, wo man kann! Vom Träumen wird nichts!«

So war sie wohl selbst gewesen: Geboren am 13. Oktober 1936 in Wien als Kind einer antifaschistischen Familie, erlernte sie die Notwendigkeit, gegen Unrecht zu rebellieren. Schon als Mädchen erzürnte sie, dass andere Kinder im Gegensatz zu ihr geschlagen wurden und nicht ihre Meinung sagen konnten. Die Befreiung Österreichs erlebte sie in einem Wien...

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