14.07.2018 / Ausland / Seite 7

Kiez gegen Kirche

In Belgrad verlangen Anwohner, dass, wie vorgesehen, ein Gesundheitszentrum und Kindergärten statt einer Kapelle gebaut werden

Roland Zschächner

Dass der Glaube Berge versetzen kann, denken wohl die wenigsten im Belgrader Viertel Stepa Stepanovic. Am Samstag wollen die Nachbarn in der Innenstadt der serbischen Metropole auf die Straße gehen, um für den Bau eines Gesundheitszentrums in ihrem Kiez zu demonstrieren. Denn auf dem dafür vorgesehenen Grundstück begannen unlängst die Arbeiten für eine Kirche – ohne dass dafür eine Genehmigung vorlag oder die Anwohner befragt wurden. »Um Auseinandersetzungen zu vermeiden«, hatte die Polizei die Kundgebung zwar Anfang der Woche untersagt. Doch musste das serbische Innenministerium am Mittwoch zurückrudern, nachdem über das Verbot berichtet worden war.

Der Kampf der Bewohner von Stepa Stepanovic, die mehrheitlich der Belgrader Mittelschicht angehören, steht symbolisch für die offene Missachtung des Staates gegenüber den Interessen und Rechten seiner Bürger. Außerdem wirft die Tatsache, dass gerade eine Kapelle im Mittelpunkt der Kritik steht, ein Schlaglich...

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