13.07.2018 / Feminismus / Seite 15

Ein unanständiges Angebot

Oscar-Akademie wollte Schauspielerin Emmanuelle Seigner in ihre Reihen aufnehmen – zwei Monate nach Rauswurf ihres Ehemannes Roman Polanski

Friederike John

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences steckt tief im Fettnapf. Die Organisation, die mit dem Academy Award, bekannt als Oscar, alljährlich den berühmtesten Filmpreis der Welt verleiht, sieht sich seit der »Me-too«-Debatte um sexuelle Belästigung und Missbrauch in der Branche mehr denn je im Zugzwang, den Anteil weiblicher Mitglieder in ihren Reihen zu erhöhen und Frauen so mehr Mitspracherechte einzuräumen. Dabei agiert sie streckenweise recht tollpatschig, wie ihr jüngster Annäherungsversuch zeigt. Die Ehre der Mitgliedschaft wurde der französischen Actrice Emmanuelle Seigner angetragen – genau zwei Monate nachdem ihr Ehemann Roman Polanski von der Akademie ausgeschlossen worden war. Seigner lehnte dankend ab – mit einem offenen Brief, der am Wochenende in der Sonntagszeitung Journal du Dimanche veröffentlicht wurde. Beide Vorgänge offenbaren ein bemerkenswertes Maß an Doppelmoral auf der einen und an Instinktlosigkeit auf der anderen Seite. G...

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