12.07.2018 / Ausland / Seite 8

»Die Täter fallen nicht vom Himmel«

Teils tödliche Angriffe auf Roma sind eine Folge des Rechtsrucks in der Ukraine. Ein Gespräch mit Joachim Brenner

Gitta Düperthal

Nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform bestätigte der Chef der Nationalen Polizei, Serhij Knajsew, am Freitag, dass mehr als 100.000 Roma in etwa 3.000 Lagern in der Ukraine leben. Zu den sechs Angriffen in diesem Jahr auf sie hieß es, das waren radikale Jugendliche. Der Förderverein Roma aber spricht von neofaschistischen Paramilitärs. Wie ist die Lage vor Ort?

Aufgrund des Rechtsrucks in der ukrainischen Gesellschaft werden Roma zunehmend ausgegrenzt. Und die Täter fallen nicht vom Himmel: Die Regierung in Kiew toleriert ihre Verbrechen. Die Verknüpfung von offiziellen mit inoffiziellen Strukturen – vor allem mit paramilitärischen Bürgerwehren – bis ins ukrainische Innenministerium hinein, ist beunruhigend. Es gibt auch Verbindungen mit der neu gegründeten extrem rechten Partei »Nationalkorps«. Deren Anführer Andrej Bilezki führte während der bewaffneten Kämpfe im Donbass 2014 das offen rechtsextremistische Bataillon »Asow« an.

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