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11.07.2018 / Thema / Seite 12

Aufbruch und Verfall

Das »Erbe« von 1968 ist noch immer heiß umkämpft. Was ist geblieben vom antiautoritären Aufstand der späten sechziger Jahre?

Ulrike Heider

Im Jahr 1989, nicht lange nach dem 20. Jubiläum von 1968, gab mir der US-amerikanische Sprachwissenschaftler und Libertärsozialist Noam Chomsky ein Interview. Ich fragte ihn nach seiner Meinung über die »Neue Linke«. In der Bundesrepublik hatte das 68er-Bashing damals schon erste Höhepunkte erreicht. In den USA dagegen tendierte man eher dazu, die Bedeutung der entsprechenden Bewegungen zu verharmlosen. Chomsky meinte, die amerikanische Neue Linke werde völlig falsch dargestellt. Bücher dazu stammten entweder von einstigen Führungspersönlichkeiten oder von Leuten, die sich vor der Herausforderung der Autorität durch diese Bewegung fürchteten. Wie alle Massenbewegungen sei die Neue Linke von Menschen aufgebaut worden, »die unbekannt sind und von der Bühne der Geschichte verschwinden«. Zu Führern würden später privilegiertere Leute, »die warten, bis die harte Arbeit des Anfangs getan ist, um dann einzusteigen und zu Sprechern und Vermittlern von Ideen zu we...

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