07.07.2018 / Fotoreportagen / Seite 4 (Beilage)

Zuflucht in Alaska

Dutzende Obdachlose müssen einem Bauvorhaben am Leipziger Hauptbahnhof weichen. Auf dem Gelände soll ein neues Stadtquartier entstehen

Thomas Fritz

Luigi – Vollbart, khakifarbenes Hemd – steht vor seinem Hab und Gut in einer alten Lagerhalle an der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs. Zwei Matratzen, Klamotten, ein paar Schlafsäcke. An der Wand baumelt eine Lichterkette, auf einem Regal hat seine Freundin kleine Spielzeugfiguren aufgestellt, um ein wenig Wohnlichkeit zu schaffen. Darunter hängt eine Karte mit dem Schriftzug: »Wir halten zusammen, was auch passiert.« Sein improvisiertes Zuhause könnte der gebürtige Hamburger demnächst verlieren. Wie rund 30 weitere Menschen, die »Am Alten Zoll« eine Zuflucht gefunden haben. In den ehemaligen Empfangs- und Abfertigungsgebäuden, Hallen, Lagern und Speichern lebt ein bunt gemischtes Völkchen: Punks, Junkies, Sexarbeiter, Aussteiger und Eingewanderte. Die wenigsten haben sich aus einem stark normierten Leben freiwillig hierher zurückzogen. Die meisten landeten nach Job- und Wohnungsverlust oder durch andere Schicksalsschläge auf der Straße.

In der letzt...

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