07.07.2018 / Ausland / Seite 7

EU geht über Leichen

Sahara wird zum Friedhof: Zur Abwehr von Migranten lässt Europa Verkehrswege durch Afrika sperren

Leonie Haenchen

Während in Brüssel über Auffanglager und Abschiebungen gestritten wird, fallen in Afrika immer mehr Menschen der EU-Asylpolitik zum Opfer. »So wie es aussieht, werden wir bald mehr Tote in der Sahara als im Mittelmeer haben«, hatte Vincent Cochetel, Vorsitzender des europäischen Büros des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, bereits im letzten Jahr gewarnt. Der Grund: Die Europäische Union hat es darauf abgesehen, durch Abkommen mit den Staaten Afrikas die wichtigsten Transitrouten durch den Kontinent zu kontrollieren, um bereits dort »illegale Migration zu verhindern«. Immer mehr Menschen nehmen deswegen lange und gefährliche Umwege durch die Wüste in Kauf. Geht etwas schief, gibt es dort kaum eine Chance aufs Überleben.

Die Sahelzone, mit Ländern wie ­Mali oder Niger, ist das Bindeglied zwischen süd- und nordafrikanischen Ländern. Durch ein Gebiet, rund siebenmal so groß wie Deutschland, verlaufen Handelsstraßen, auf denen Geschäftsleute und Händler seit Jah...

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