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06.07.2018 / Inland / Seite 4

Bevormundung ist allgegenwärtig

Vor 20 Jahren entbrannte der sogenannte Kopftuchstreit in Baden-Württemberg. Vorurteile prägen auch heute noch die Debatte

Tilman Baur, Stuttgart

Der Begriff »Kopftuchstreit« ist untrennbar mit dem Namen Fereshta Ludin verbunden. Das Land Baden-Württemberg hatte der Grund- und Hauptschullehrerin afghanischer Herkunft 1998 den Eintritt in den Schuldienst versagt, weil sie ihr Kopftuch auch im Unterricht tragen wollte. Daraufhin zog Ludin bis vor das Verfassungsgericht und scheiterte dort im Jahr 2003 mit ihrer Klage. Die Debatte, die dadurch ins Rollen kam, hält bis heute an.

Nach 20 Jahren »Kopftuchstreit« wurde am Donnerstag in Stuttgart Bilanz gezogen: Die unfreiwillige Protagonistin Fereshta Ludin, die Sozialwissenschaftlerin Gökce Yurdakul und der Staatsrechtler Hans Markus Heimann trafen sich in der dortigen Landeszentrale für politische Bildung. Heimann beleuchtete die verschiedenen Urteile, die es seit 2003 zu dem Thema gegeben hat. Das jüngste habe das Verfassungsgericht 2015 gefällt: »Es hat entschieden, dass ein pauschales Verbot ohne Betrachtung des Einzelfalls nicht geht«, so Heimann. D...

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