04.07.2018 / Inland / Seite 4

»Eine Art Befreiung«

NSU-Prozess: Zschäpe will als »mitfühlender Mensch« gesehen werden. Schuldbewusst wirkte aber nur einer der Angeklagten beim »letzten Wort«

Claudia Wangerin, München

Beate Zschäpe will ein mildes Urteil, nicht als eiskalte Neonaziterroristin dastehen – und es sich trotzdem nicht mit jenen Mitangeklagten verscherzen, die nach wie vor stramm rechts auftreten. Sie akzeptiere deren politische Meinung, das ändere aber nichts daran, dass diese Ideologie in ihrem Leben keine Rolle mehr spiele, sagte sie am Dienstag im Münchner NSU-Prozess im »letzten Wort«, das den Angeklagten zusteht.

Als sie sich am 8. November 2011 der Polizei gestellt habe, sei dies »eine Art Befreiung« für sie gewesen, erklärte sie mit fester Stimme und ließ den ungewohnten Fahndungsdruck außen vor. Ihre damals protokollierte Äußerung, sie habe sich nicht gestellt, um nicht auszusagen, sei »keine leere Phrase« gewesen, betonte sie.

Dann stand sie vor der schwierigen Aufgabe, zu erläutern, warum sie doch bis Ende 2015 geschwiegen hatte, um dann eine kaum überzeugende Erklärung abzugeben und Fragen nur schriftlich nach Rücksprache mit ihren Anwälten zu be...

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