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30.06.2018 / Inland / Seite 4

Eine Kämpferin ohne Heuchelei

Der Holocaust als Mahnung, die Solidarität mit den Palästinensern als Aufgabe. Nachruf auf Felicia Langer

Norman Paech

»Meine Lehre aus dem Holocaust bedeutet Menschlichkeit, Mitleid mit den Opfern und Ablehnung von Unrecht ... Ich habe das Leid der Palästinenser und ihre unerträgliche Lage mit eigenen Augen gesehen und mit ihnen gelitten. Dies sind meine Beweggründe bis zum heutigen Tag, mich für die Gerechtigkeit einzusetzen und meine Aufklärungsarbeit in Deutschland weiterzuführen. Ich versuche im Sinne der humanistischen Werte, die Menschenliebe bedeuten, zu handeln.« Mit diesen Worten bedankte sich Felicia Langer für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2009 durch den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Und sie fügte hinzu: »Ich bin Ihnen von Herzen dankbar, dass diese wichtige Auszeichnung meines Lebens so die Universalität der Menschenrechte würdigt.« Doch war es immer ihr Schmerz, dass sich diese Würdigung nicht für die Menschenrechte der Palästinenser realisieren ließ.

Langer hatte viel Erfahrung mit Leid und Unrecht. 1939 musste sie mit ihren Eltern a...

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