26.06.2018 / Feuilleton / Seite 11

Kaum etwas selbst gewählt

Auf drei Kontinenten im Exil: Ein Dokumentarfilm über eine somalische Großfamilie

Grit Lemke

»Gott hat uns aufgetragen, die Eltern zu ehren«, sagt Familienoberhaupt Ibrahim Shaash zu seiner Mutter, um hinzuzufügen: »In Deutschland kämst du in ein Heim.« Für einen somalischen Clan ist dies undenkbar. Der 60jährige steht vor der Aufgabe, den künftigen Verbleib der 90jährigen zu klären. Was schon für eine herkömmliche europäische Mittelschichtfamilie eine veritable Herausforderung darstellt, wird zum schier unlösbaren Dilemma: Seit 1989 in Somalia ein brutaler Bürgerkrieg ausbrach, ein Drittel der Bevölkerung fliehen musste und das Land in Chaos und Armut versank, ist die Großfamilie auf drei Kontinente verteilt und nurmehr telefonisch im Kontakt – eben eine »Global Family« wie Tausende. Das Regieduo Melanie Andernach und Andreas Köhler macht etwas sehr richtig, das viele (wenn nicht sogar die meisten) Dokumentarfilme sehr falsch machen: Ein globales Problem wird konkret erfahrbar, indem sie sich auf eine Geschichte konzentrieren, die langsam in ein...

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