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27.06.2018 / Ausland / Seite 6

Scheinheilig in Rom

Frankreichs Präsident besucht den Papst. Zu Hause planen Neofaschisten den Bürgerkrieg

Hansgeorg Hermann, Paris

Papst Franziskus hat am Dienstag im Vatikan Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und dessen Frau Brigitte empfangen. Macron wurde in der Lateranbasilika zum »Ehrenkanoniker« ernannt; ein Titel, der seit dem 17. Jahrhundert traditionell französischen Königen und später den Präsidenten der Republik verpasst wurde. Während der in Jesuiten­seminaren erzogene Macron und seine Frau, die als Lehrerin in jesuitisch geführten Eliteschulen wirkte, sich in Rom als gehorsame Katholiken präsentierten, ging zu Hause der Inlandsgeheimdienst gegen ultrarechte Gruppen vor. Eine sich »Action des Forces opérationnelles« (AFO) nennende neofaschistische Zelle plante offenbar Attacken auf muslimische Einrichtungen. Die Polizei nahm zehn mutmaßliche Terroristen fest, unter ihnen einen pensionierten Kollegen.

Mit seinem Besuch folgte Macron der vom rechtskonservativen früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy vorgegebenen politischen Linie, Frankreich als »ein Land christlicher Ku...

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