26.06.2018 / Thema / Seite 12

Kalkulierte Katastrophe

Die US-Kolonie Puerto Rico leidet bis heute unter den Folgen des Hurrikans »Maria«. Washington verweigert angemessene Hilfe – und verfolgt offenbar Privatisierungspläne

Jürgen Heiser

Hunderttausende zogen am 10. Juni über die Fifth Avenue in Manhattan. Seit 1958 findet in New York am zweiten Sonntag des Monats die »Puerto Rican Day Parade« statt. Sie erinnert an das 1952 von der Unabhängigkeitsbewegung Puerto Ricos erkämpfte Recht, die zuvor verbotene Nationalflagge wieder öffentlich zu zeigen. Fünf Millionen Puertoricaner leben mittlerweile auf dem Festland. Der Hauptgrund für die Migration ist die schlechte ökonomische Lage auf der Inselgruppe, zu der neben der Hauptinsel Puerto Rico (»reicher Hafen«) noch die kleineren Eilande Vieques und Culebra gehören. Als ehemaliges Besitztum der spanischen Krone wurden die Inseln nach dem für die USA siegreich verlaufenen Spanisch-amerikanischen Krieg 1898 zusammen mit Kuba zu Kolonien Washingtons.

Wie Kuba wurde auch Puerto Rico zum Spielball ökonomischer Interessen des »Großen Bruders« im Norden. Und zum preisgünstigen Vergnügungspark mit karibischem Flair. Die von Mafiaclans betriebenen ...

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