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23.06.2018 / Fotoreportagen / Seite 4 (Beilage)

Atemlos in L’Aquila

Im Herzen der Abruzzen klafft seit dem Erdbeben 2009 eine offene Wunde

Martina Zaninelli

Am 6. April 2009 um 3.32 Uhr bebte die Erde unter L’Aquila, Hauptstadt der Region Abruzzen in Mittelitalien, forderte Opfer und verursachte immense Schäden: 309 Menschen starben, etwa 1.200 wurden verletzt. Tausende Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf. Ungefähr 15.000 Gebäude in L’Aquila und Umgebung nahmen Schaden. Die historische Innenstadt, Mittelpunkt des sozialen Lebens, wurde fast komplett zerstört und blieb als »Gefahrengebiet« jahrelang abgesperrt. Soldaten mit umgehängten Maschinengewehren patrouillierten hier.

In den Jahren danach folgte ein Skandal dem anderen: Silvio Berlusconi, bis 2011 Ministerpräsident Italiens, machte L’Aquila zu seinem politischen Bauplatz. Staatlic...

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