23.06.2018 / Thema / Seite 12

Welt ohne Ware

Marx ist entgegen anderslautenden Behauptungen ohne seine Revolutionstheorie nicht zu haben. Nur der Umsturz der kapitalistischen Produktionsweise befreit den Menschen aus Knechtschaft und Drangsal der Ausbeutung

Guenther Sandleben

Einen Marx zu haben, ohne seine Revolutionstheorie – wäre das nicht eine wirklich komfortable Sache für Gewerkschafter, Sozialdemokraten und irgendwie linke Akademiker? Der Kampf gegen das Lohnsystem könnte als aussichtslos gebrandmarkt werden. Die Etablierung oder Verbesserung des Sozialstaats, verbunden mit höheren Löhnen würden als Endziel völlig genügen. Und endlich wäre die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie eine systemkonforme Grundlage, um Diskussionen über Alternativen zu führen, ohne dass Angst und Schrecken in der akademischen und parlamentarischen Welt verbreitet würden.

Der als Reformist und Revisionist bekannt gewordene Eduard Bernstein hatte solche Vorteile frühzeitig erkannt. Kaum war Marx’ Kampfgefährte Friedrich Engels verstorben, eröffnete er 1896 in der Zeitschrift Die Neue Zeit die Artikelserie »Probleme des Sozialismus«, mit der er die Revolutionstheorie als philosophisch-spekulativ und unwissenschaftlich abtat. Sie sei »das ...

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