23.06.2018 / Feuilleton / Seite 10

Das Musterkind bewältigen

In Eisenhüttenstadt bespielen die Künstlerinnen von »Endmoräne« ein ehemaliges Kinderwochenheim

Pia Rosenbaum

»Das Raster auf dem Ast da, das ist ja schon unfassbar. Doch Gaby aus Musterstadt ist einfach musterhaft!« Man könnte Gunhild Kreuzer stundenlang zuhören, so absurd wie komisch reiht sie Sätze wie diesen zu einer Geschichte aneinander im ehemaligen »Kinderwochenheim« im Wohnbezirk II in Eisenhüttenstadt. Wie sie sich dort als Kind in der weiß gekachelten Küche ihre Lieblingsköchin auswählte. Dass sie der Albtraum aller anderen Kinder gewesen sei und nachts abgehauen, um ins Bett der Mutter zu schlüpfen. Fünf Minuten dauert Kreuzers Performance in der diesjährigen Sommerausstellung der Künstlerinnen vom Verein »Endmoräne«, die seit 1991 verlassene Orte im erweiterten Berliner Umland mit Kunst bespielen. Fünf Minuten, in denen Kreuzer diese Ausstellung auf den Punkt bringt: mit den Augen eines Kindes die Vergangenheit der am Reißbrett entworfenen Stadt wiederzubeleben.

Eisenhüttenstadt hieß früher »Stalinstadt«, was aber für Endmoräne keine Rolle spielt, un...

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