22.06.2018 / Feminismus / Seite 15

Protest gegen patriarchale Justiz

In Darmstadt steht ein Mann wegen Totschlags vor Gericht. Feministinnen kritisieren Verharmlosung

Gitta Düperthal

Seit dem 5. Juni steht Hayreddin T. vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm in dem Verfahren am Landgericht Darmstadt vor, Saray Güven brutal getötet zu haben. Die Anklage lautet jedoch nicht auf Mord, sondern auf Totschlag aus Eifersucht.

Zum vierten Prozesstag am vorigen Freitag waren wie zu den vorangegangenen Terminen Vertreterinnen von Frauenvereinen gekommen. Denn von Anfang an hat sich ihnen der Eindruck aufgedrängt, dass hier ein geplanter Mord als spontane Beziehungstat verharmlost werden soll. Für die Feministinnen auf den Zuschauerbänken ist der Tod der Mutter dreier Töchter Folge einer Ideologie, in der Frauen als Besitz betrachtet werden, womit Gewalt gegen sie gerechtfertigt wird.

Am 20. August 2017 war die 47jährige aus Bockenheim, einem Stadtteil von Frankfurt am Main, plötzlich spurlos verschwunden. Zwei Wochen später wurde ihr lebloser Körper zufällig in einem Waldstück nahe Münster, einer Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg, g...

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