21.06.2018 / Thema / Seite 12

Erinnerung für die Zukunft

Vor zwanzig Jahren starb Gerhard Gundermann. Sein Werk lebt immer noch und immer mehr in diesen Zeiten der ­­»Post-DDR«, weil die Geschichte vom Kommunismus weitergehen muss

Gerd Schumann

»So poppig bunte Wundertüten
Kann ich dir nicht bieten
Nur ’n richtig guten Sonnenuntergang« (Brunhilde, 1997)

Sommeranfang, ausgerechnet Sommeranfang. Am 21. Juni 1998 beendete in Spreetal ein Gehirnschlag das Leben des 43jährigen Gerhard Rüdiger Gundermann. Ein »sinnlos frühes Sterben«, so Trauerredner Heinrich Fink auf der Beerdigung in Hoyerswerda am Rande des Lausitzer Braunkohlereviers. Dort, auf dem Waldfriedhof, steht sein Grabstein, ein Findling mit der schlichten Aufschrift »Gundi«.

Der 21. Juni

Auf den Sommeranfang blickte der baggerfahrende Philosoph und dichtende Arbeiter schon länger mit etwas Wehmut. »Es ist der Tag der Sommersonnenwende, es ist der Tag mit der kürzesten Nacht, die Sonne hat ihren höchsten Punkt erreicht. Sie weiß, höher hinauf wird es nicht mehr gehen, und sie scheint im Zenit zu verweilen und zu überlegen, ob sie sich weiter, so wie jeden Tag, nach Westen bewegen soll und damit an ihrem eigenen Untergang arbeiten; ...


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