19.06.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Zwist unter Brüdern

Belarus verdient am Schmuggel westlicher Embargoware nach Russland. Moskau wirft Minsk Kooperation mit der NATO vor

Reinhard Lauterbach

Über lange Jahre waren die wesentlichen Exportgüter, die Belarus nach Russland lieferte, die aus jedem sowjetischen Hotelzimmer bekannten Kühlschränke des Typs »Minsk« – laut, wenn mitten in der Nacht dröhnend das Kühlaggregat ansprang, aber unverwüstlich. Außerdem Traktoren, Kunstdünger und allerhand Komponenten für russische Militärtechnik. Darin spiegelten sich Spätfolgen der sowjetischen Arbeitsteilung, und darauf gründete das Interesse von Belarus, mit Russland einen »Unionsstaat« zu bilden, wie es Ende der 1990er Jahre geplant war. Im Westen sind nämlich die traditionellen Industrieprodukte des Landes kaum verkäuflich.

Blühendes Geschäft

Neuerdings hat sich allerdings das belorussische Warenangebot deutlich diversifiziert. Der Binnenstaat auf der geographischen Breite des südlichen Skandinaviens exportiert neben den traditionellen Milchprodukten Fisch und Meeresfrüchte, Orangen und Mandarinen, Kokosnüsse und Mangos nach Russland. Woher die kommen, l...

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