Schwarzer Kanal
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18.06.2018 / Feuilleton / Seite 10

Der will bloß spielen

Alexander Schimmelbuschs »Hochdeutschland« ist der neueste »Roman der Stunde« – und gar nicht mal schlecht

Michael Saager

Da ist er wieder, der »Roman der Stunde«. Jede Saison gibt’s ungefähr zwei oder drei davon. Colson Whiteheads »Underground Railroad« über die Sklaverei in den Südstaaten war einer, Virginie Despentes’ dreigeteilter Pariser Gesellschaftsroman »Das Leben des Vernon Subutex« ein weiterer. Michel Houelle­becq, der griesgrämige Starautor, hat beinahe ausschließlich »Romane der Stunde« geschrieben, was nicht zuletzt daran liegt, dass seine Bücher mehr als bloß pfiffige literarische Kommentare zur politischen und gesellschaftlichen Gegenwart sind. In ihnen steckt, so empfindet es zumindest der leicht zu erschreckende Literaturbetrieb, ein außerordentliches, ja ungehöriges Provokationspotential. Das will natürlich lang und breit diskutiert werden.

Aus Deutschland kommen erstaunlich wenige von der Literaturkritik als »Roman der Stunde« gefeierte Werke. Das gesellschaftssatirisch durchwirkte Buch »Hochdeutschland« über ein stinkreiches, melancholisch-zynisches Arsc...

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