16.06.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Sehr bescheidene Restgröße

Qualitätsmängel im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind der eigentliche Skandal

Ulla Jelpke

Knapp zwei Monate, nachdem erste Meldungen über mögliche Korruptionsfälle und rechtswidrige Asylanerkennungen in der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) öffentlich wurden, schrumpft der angebliche Skandal, der die Asylpolitik der Bundesrepublik zu erschüttern schien, auf eine sehr bescheidene Restgröße zusammen. Ob Flüchtlinge in Bremen zu Unrecht anerkannt wurden, steht nämlich gar nicht fest. So musste die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion jetzt einräumen, dass sie keinerlei belastbare Hinweise darauf hat, dass Flüchtlinge in Bremen über ihre Identität getäuscht haben. Sie hat lediglich Kenntnis von 824 Fällen, in denen interne Verfahrensvorschriften bei der Identitätsfeststellung missachtet wurden – was aufgrund der Belastung der Behörde in den letzten Jahren auch außerhalb Bremens vorkam.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben die in Bremen anerkannten Flüchtlinge ganz überwiegend zu Recht einen Schutzs...

Artikel-Länge: 3234 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe