14.06.2018 / Inland / Seite 4

Heiße Luft statt Aufklärung

Feuertod von Oury Jalloh: Sachsen-Anhalts Regierungsfraktionen verdammen gerade ernannte Sonderermittler zur Untätigkeit

Susan Bonath

Wenn im Fernsehkrimi zwei, drei Hauptverdächtige ins Visier geraten sind, ist der Mörder meist bald gefasst. In der Realität ist das oft anders, vor allem wenn Staatsorgane involviert sind. Genau an dieser Stelle hängt der Fall Oury Jalloh in der Endlosschleife. Der Flüchtling verbrannte im Januar 2005, an Händen und Füßen auf einer Matratze angekettet, in einer Polizeizelle in Dessau. Weder hatte er ein Feuerzeug, noch war er physisch in der Lage, sich anzuzünden. Das ist gutachterlich bestätigt. Weniger als eine Handvoll Polizisten kommen für die Tat in Frage. Doch das Verfahren liegt auf Eis. Sachsen-Anhalts Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad prüft eine Beschwerde der Hinterbliebenen. Wie lange er dafür noch braucht, ist unbekannt. Zu den juristischen Luftnummern kommt nun eine politische hinzu: Die von den Regierungsfraktionen Ende vergangener Woche berufenen »Sonderermittler« (siehe jW vom 9./10.6.) sollen erst tätig werden, wenn die Justiz die Akte J...

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