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12.06.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Die Rückkehr der Angst

Erstickt im Tränengas: Vor fünf Jahren begann die brutale Niederschlagung der Gezi-Proteste in der Türkei

Peter Schaber

»Steh auf, Genosse. Sie kommen.« Eine Hand rüttelte an meiner Schulter. Schlaftrunken packte ich meine Gasmaske, feuerfeste Handschuhe und einen kleinen Rucksack, in dem sich eine Lösung aus dem Medikament Maaloxan und Wasser befand – eine wirksame Tinktur gegen Tränengas. Schon in den vergangenen Tagen hatte ich in einem kleinen linken Kulturzentrum in einer Seitenstraße der Istiklal-Straße übernachtet, um im Fall der Fälle schnell am Ort des Geschehens zu sein.

Dass die Polizei irgendwann versuchen würde, den seit Ende Mai besetzten Gezi-Park und den angrenzenden Taksim-Platz zu räumen, war allen klar. Als dann in den frühen Morgenstunden des 12. Juni 2013 die mit Tränengas- und Gummischrotgewehren ausgerüsteten Angriffstrupps der AKP-Regierung den Sturm auf das durch Dutzende, teils meterhohe Barrikaden abgesicherte Herz der landesweiten Bewegung begannen, geschah dennoch alles sehr plötzlich.

Istanbul versank in weißem Rauch. 150.000 Tränengasgranaten...

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