Gegründet 1947 Mittwoch, 20. Februar 2019, Nr. 43
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
11.06.2018 / Inland / Seite 2

»Kleinverbraucher werden verstärkt kriminalisiert«

Legalisierung von Cannabis: Wer einen Joint dem Bier vorzieht, sollte dafür nicht bestraft werden. Ein Gespräch mit Niema Movassat

Kristian Stemmler

Das Bundeskriminalamt, BKA, hat vor kurzem veröffentlicht, dass 2017 über 330.000 Straftaten im Zusammenhang mit Drogen registriert wurden, bei fast 200.000 davon ging es um Cannabis. In der Mehrzahl handelte es sich um »konsumnahe Delikte«. Was heißt das?

Unter dem Begriff der »konsumnahen Delikte« versteht das BKA Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, die vor allem den Besitz und Erwerb von Betäubungsmitteln betreffen. Bei Cannabis geht es bei nur 17 Prozent der erfassten Straftaten um Handelsdelikte – also den Handel und Schmuggel. Es werden größtenteils nicht die »großen Fische« strafrechtlich verfolgt.

Es sind also vor allem die Drogenkonsumenten, die kriminalisiert werden?

Genau. Kleinkonsumenten werden vom Staat verstärkt kontrolliert und kriminalisiert. Dabei sollte niemand, der anstatt eines Biers einen Joint bevorzugt, strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten haben.

Cannabis ist überall zu bekommen, das am weitesten verbreitete Suchtmitte...

Artikel-Länge: 3826 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €