09.06.2018 / Geschichte / Seite 15

Neuordnung auf dem Balkan

Vor 140 Jahren tagte der Berliner Kongress. Nach dem Russisch-Türkischen Krieg wurden in Südosteuropa die Grenzen verschoben

Knut Mellenthin

Am 13. Juni 1878 begannen in der Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs Beratungen zwischen den europäischen Großmächten, vertreten durch ihre Außenminister und einige Regierungschefs. Sie erstreckten sich über einen ganzen Monat bis zum 13. Juli. Die Aufgabe des Treffens, so könnte man anachronistisch formulieren, bestand darin, den Ersten Weltkrieg zu verhindern oder wenigstens so lange wie möglich hinauszuzögern. Das gelang bekanntlich nicht. Aber zum Aufschub um 36 Jahre leistete der Kongress durchaus einen Beitrag. Zugleich spitzte das Treffen die Gegensätze zwischen den Großmächten, vor allem zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn auf der einen und Russland auf der anderen Seite, so sehr zu, dass der Krieg im Sommer 1914 als kaum noch vermeidbar erschien.

Der unmittelbare Zweck des Berliner Kongresses bestand darin, die Folgen des vorangegangenen Russisch-Türkischen Krieges aufzuarbeiten. Die rund einjährige Auseinandersetzung war am 3. März 1878...

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