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Das Warten
Die verlorene Schönheit des Zeitverplemperns
Jürgen RothIch woaß net, wie spät is’, ich hob’ goar kaa Uhr dabei.
Gerhard Polt als Bootsverleiher
Wahrscheinlich nicht allzu viele Menschen können mit Bestimmtheit sagen, was sie wann literarisch oder künstlerisch so beeindruckt hat, dass es sie auf Jahrzehnte hinaus geprägt hat. Ich glaube, es sagen zu können.
Es war vor mehr als dreißig Jahren. Ich hockte mit meinem Bruder Thomas vor dem Fernseher. Wir schauten die neueste Folge von »Fast wia im richtigen Leben«, der legendären Serie von Gerhard Polt und Hanns Christian Müller. Eine Schrifttafel kündigte den nächsten Sketch an – »Warten auf Dillinger«. Schon in dem Augenblick hatte ich, trügt mich meine Erinnerung nicht, das Gefühl, dass gleich etwas Wunderbares passieren würde. Ich hatte selbstverständlich keinen Schimmer von Beckett, aber »Warten auf Dillinger« – das war ein Titel wie ein Programm oder, besser, wie das Versprechen, dass es jetzt, durchaus in einem geheimnisvollen und dennoch lichten Sinne, ums...
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