02.06.2018 / Thema / Seite 12

Kritisch konform

Auch in Jugoslawien protestierten 1968 die Studenten. Dabei verhielten sie sich grundsätzlich solidarisch zur bestehenden Gesellschaftsordnung. Sie verlangten aber eine Demokratisierung der staatlichen Institutionen

Krunoslav Stojakovic

Wenn von der Studentenbewegung oder den »Achtundsechzigern« gesprochen wird, richtet sich der Fokus zumeist auf Westeuropa oder die USA, es fallen Namen und Stichworte wie Rudi Dutschke, »Kommune 1«, »Frankfurter Schule«, Herbert Marcuse, Theodor W. Adorno, »Pariser Mai«, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Wird überhaupt ein Blick über Westeuropa hinaus gewagt, dominieren die Ereignisse in Prag und Warschau mit der daran anschließenden politischen und militärischen Repression. Die intendierte ideologische Positionierung ist klar: Auf der politischen Bühne Westeuropas wurde gestritten, demonstriert, geliebt, getanzt und demokratisiert, während das sozialistische Osteuropa nur eine Antwort gekannt habe: Repression und Unterdrückung. Bei solch einer dichotomen Betrachtungsweise gibt es keine Grauschattierungen und systemische Alternativen, anders gelagerte Erfahrungen finden kaum Berücksichtigung. Solche sind zum Beispiel im sozialistischen Jugoslawien...

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