25.05.2018 / Ausland / Seite 7

Matratzen im Sejm

Polen: Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen protestieren im Parlamentsgebäude

Reinhard Lauterbach, Poznan

Inzwischen halten sie schon doppelt so lange durch wie die Werftarbeiter in Gdansk 1980. Diese konnten nach 17 Tagen die realsozialistische Staatsmacht zu substantiellen Zugeständnissen zwingen. Die etwa 20 Schwerstbehinderten und ihre Eltern hingegen kampieren seit inzwischen fast sechs Wochen in der zentralen Wandelhalle des polnischen Parlaments. Einstweilen ohne Ergebnis. Sie schlafen auf Luftmatratzen oder in ihren Rollstühlen und fordern eine dauerhafte Unterstützung in Höhe von 500 Zloty (110 Euro) monatlich. Über diese materiellen Kernforderung hinaus erwarten die Protestierenden mehr Mitgefühl und Solidarität in der Gesellschaft; insbesondere geht es ihnen darum, die Tag für Tag erbrachte Pflege oder Assistenz durch die Eltern als Leistung zu würdigen.

Grundlage des Protests ist ein reales Problem. Nach polnischem Recht erhalten Kinder mit Behinderung bis zu ihrem 18. Lebensjahr Sozialleistungen, die sich pro Monat auf knapp 3.000 Zloty (700 Euro...

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