23.05.2018 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Selbstmordattentäter

Jörg Tiedjen

Die Diskussion über Selbstmordattentäter hat eine lange Vorgeschichte. Bereits zur Zeit der mittelalterlichen Kreuzzüge erzählte man sich von der schiitischen Sekte der Assassinen. Es hieß, dass in ihr unter dem Einsatz von Drogen junge Menschen verführt würden, Mordaufträge auszuführen, bei denen sie in der Hoffnung auf das Paradies den eigenen Tod geradezu herbeisehnten. Die Vorstellung von den muslimischen Attentätern scheint derart verbreitet gewesen zu sein, dass sie sogar Spuren in der französischen Sprache hinterließ, in der das Wort für Mörder »Assassin« lautet. Sie liefert auch die perfekte Erklärung für Anschläge wie die vom 11. September 2001, die offiziell Al-Qaida zugeschrieben werden.

Allerdings sind Selbstmordattentate keine Erfindung von Muslimen. Die Assassinen beachteten in Wirklichkeit das islamische Verbot des Suizids und der grausamen Kriegführung. Sie gingen gezielt gegen die führenden Köpfe ihrer Gegner vor. Das spricht dagegen, das...

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