18.05.2018 / Ausland / Seite 6

Omertà der Carabinieri

Italien: Neun Jahre nach dem Tod eines Mannes in Untersuchungshaft brechen zwei Beamte ihr Schweigen

Martina Zaninelli

Nur langsam kommt die Wahrheit um den Tod von Stefano Cucchi vor neun Jahren ans Licht. Am Dienstag haben zwei Carabinieri, Riccardo Casamassima und Maria Rosati, vor Gericht in Rom, gegen ihre Kollegen und Vorgesetzten ausgesagt. Die beiden Hauptzeugen haben es erst möglich gemacht, dass das Verfahren wieder aufgenommen wurde.

Der 32jährige Stefano Cucchi starb am 22. Oktober 2009 im Polizeigewahrsam. Sieben Tage zuvor war er wegen des Verdachts auf Drogenhandel festgenommen und kurz darauf einem Haftrichter vorgeführt worden, der die Untersuchungshaft im Gefängnis »Regina Coeli« anordnet.

Bereits bei der Haftprüfung waren Blutergüsse an Cucchis Augen erkennbar, zudem hatte er Schwierigkeiten beim Laufen. Kurz nach der Anhörung wurde er zum Krankenhaus »Fatebenefratelli« gebracht, wo Verletzungen und Blutergüsse an Beinen, Gesicht, Unterleib, Brustkorb sowie Knochenbrüche am Kiefer und an der Wirbelsäule dokumentiert wurden. Cucchi weigerte sich jedoch, ...

Artikel-Länge: 4478 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe