16.05.2018 / Inland / Seite 5

Straßenkinder ohne Lobby

Immer mehr Jugendliche obdachlos. Regierung fühlt sich nicht zuständig

Susan Bonath

Zehntausende obdachlose Jugendliche leben auf deutschen Straßen. Und es werden, wie Hilfevereine zuletzt warnten, immer mehr. Neben Wohnungsmangel und explodierenden Mieten verweisen sie auf die seit Jahren unterfinanzierte Jugendhilfe. Das sieht man im Bundesfamilienministerium anders. Am Montag wies Sprecherin Susanne Gütte gegenüber jW die Vorwürfe zurück, der Staat lasse Straßenkinder im Stich.

Heimkinder sind besonders von Obdachlosigkeit bedroht. Sie werden häufig schon mit 16 Jahren in die »Selbständigkeit« geschickt. Mit dem 18. Geburtstag stellen die Jugendämter oft jede Hilfe ein. Denn dann würden Pflicht- zu Sollregelungen. Leistungen müssen die Jugendlichen dann selbst beantragen, erklärte der Sprecher der Stiftung »Off Road Kids«, Markus Seidel, am Montag gegenüber jW. Dies täten die wenigsten. »Jedes Jahr werden etwa 5.000 bis 10.000 Heimkinder in die Selbständigkeit geschickt, und man kann sagen«, so Seidel, »dass nahezu alle scheitern«. Di...

Artikel-Länge: 3851 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe