15.05.2018 / Feuilleton / Seite 10

Gegen die Gefälligkeit

»Vogelsang meets Hoyer«: Nils Freyer tanzte in der Berliner Akademie der Künste Soli von Marianne Vogelsang und Dore Hoyer

Gisela Sonnenburg

Der Ausdruckstanz entwickelte sich – vor allem in Deutschland – seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Er versteht sich als Gegenbewegung zum Ballett, hat aber mit lockerem Gehüpfe nichts zu tun. Scharf umrissene Formen und ein prägnanter Stil kennzeichnen die expressiven Tänze: Ausdruckstanz ist eine Abrechnung mit sinnloser Gefälligkeit. Nicht von ungefähr findet man in modernem Ballett etliche seiner Elemente. Nils Freyer, Absolvent der Staatlichen Ballettschule Berlin, fand diese Art zu tanzen schon während seines Studiums interessant. Mit »Vogelsang meets Hoyer« zeigte er am Sonntag in der Akademie der Künste in Berlin-Tiergarten ein bedeutsames Soloprogramm, das zugleich historisch und sinnlich gegenwärtig ist.

Im hellen Shirt und geschlitztem Hosenrock könnte Freyer auch Gründer einer neuen Religion sein. Er ist ein wandelndes Statement auf der Bühne: Achtung, hier geht es ums Existentielle! Dass sein Körper hoch gewachsen, schlank und außerordentlich s...

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