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12.05.2018 / Feuilleton / Seite 11

Plattformen erobern

»Das Kapital sind wir«: Timo Daum entwirft ein Gegenmodell zum digitalen Kapitalismus

Enno Stahl

Der Kapitalismus war noch nie so tief verankert wie heute, gleichzeitig ist er aber »ein blindes System der Verschwendung und Dysfunktionalität« – so lautet Timo Daums Prämisse in seinem Buch über die digitale Profitwirtschaft. Es heißt »Das Kapital sind wir«, erschien im vergangenen Herbst und bekommt von der Friedrich-Ebert-Stiftung den Preis für »Das Politische Buch« 2018, am 16. Mai in Berlin.

Etwas Neues

Die großen Internetkonzerne, die sich in sämtliche Belange des modernen Lebens einmischen, ja damit beginnen, staatliche Aufgaben zu übernehmen, scheinen manchem inzwischen eine ganz neue Wirtschaftsform zu kultivieren. Das meint auch Daum, betont dabei aber, dass es sich eben immer noch um Kapitalismus handele, also um eine vom Profitstreben beseelte Erwerbsökonomie. Nur sei er in seiner digitalen Ausprägung »etwas genuin Neues«, weil bestimmte Funktionsparameter und auch das politische Verständnis der Subjekte, die ihn bestimmen, sich fundamental g...

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