11.05.2018 / Inland / Seite 4

Gewalttätig war nur die Polizei

Ellwangen: Nach Großrazzia in ihrer Unterkunft demonstrieren Geflüchtete und schildern die Ereignisse aus ihrer Sicht

Kristian Stemmler

»Die Razzia in Ellwangen war zwingend«, kommentierten die Nürnberger Nachrichten. Und weiter: »Sie sollte, sie musste martialisch aussehen und durchaus auch bedrohlich sein.« Fast unisono bejubelten bürgerliche Medien die Erstürmung der Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Asylsuchende im baden-württembergischen Ellwangen durch Hunderte Polizisten in der Nacht zum 3. Mai. Das sei eine konsequente Antwort darauf, dass 100 bis 150 Flüchtlinge die Polizei am 30. April um 2.30 Uhr »gewaltsam« an der Durchsetzung einer Abschiebung gehindert hätten – so die bis heute von vielen Medien verbreitete Version der Ereignisse.

Eine Woche später wird immer deutlicher, dass diese Darstellung offenbar falsch ist. Auf einer Pressekonferenz vor den Toren der LEA bezeichneten dort untergebrachte Flüchtlinge am Mittwoch abend die Begründung für die Razzia am 3. Mai als konstruiert. Einer von ihnen, Isaiah Ehrauyi, erklärte, die Polizisten hätten den Togoer, der abgeschoben wer...

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