08.05.2018 / Feuilleton / Seite 11

»Kleiner Mann« ganz groß

Volker Lösch verhandelt in Mannheim mit Fallada und Niedriglöhnern die heutige Klassengesellschaft

Glenn Jäger

Hans Fallada wird wieder gespielt. Derzeit an den Bonner Kammerspielen: »Jeder stirbt für sich allein«. Faschismus, Krieg, Widerstand – als wären die Zeiten wieder danach. Allemal sind sie es nach »Kleiner Mann, was nun?«, Falladas Welterfolg von 1932. Seit 2013 kam er mindestens siebenmal auf die bundesdeutschen Bühnen. Es geht darin um die Weltwirtschaftskrise, soziale Verelendung, repressive Arbeitsbedingungen. Die Geschichte von Lämmchen und Hans Pinneberg, einem Verkäufer in einem Warenhaus für Herrenbekleidung, die bei drohender Arbeitslosigkeit auf kleinstem Raum ihr Kind durchbringen müssen – sie könnte aktueller kaum sein. Das zeigt nun eine eindrucksvolle Inszenierung am Mannheimer Nationaltheater.

Unter der Regie von Volker Lösch wird die eigentliche Geschichte auf das Wesentliche reduziert. Zugrunde liegt die erst 2016 ungekürzt erschienene Fassung des Romans, in dem auch politische Sympathien aufscheinen: »Ich wähle KPD. Wenn wir uns vor dem ...

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