08.05.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Späte Einsicht

Widerstandskämpfer statt Kolonialherren: »Afrikanisches Viertel« in Berlin wird erst durch geplante Umbenennung von Straßen seinem Namen gerecht

Kristian Stemmler

Der Vorgang ist bisher landesweit einmalig und könnte Signalwirkung haben. Nach jahrelangem Kampf ist es der Black Community Berlins und verbündeten Initiativen gelungen, die Umbenennung zweier Straßen und eines Platzes des sogenannten Afrikanischen Viertels im Wedding durchzusetzen. »Das könnte eine Blaupause für andere Städte wie Hamburg sein, in denen auch für solche Umbenennungen gekämpft wird«, sagte Tahir Della vom Bündnis »Decolonize Berlin« am Montag im Gespräch mit junge Welt.

Im ältesten und größten der noch etwa 30 deutschen Kolonialviertel sollen die Lüderitzstraße, die Petersallee und der Nachtigalplatz neue Namen bekommen. Dies beschloss Mitte April die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Berlin-Mitte mit der Mehrheit von SPD, Grünen und Linkspartei. »Das Afrikanische Viertel glorifiziert immer noch den Kolonialismus und seine Verbrechen. Das ist mit unserem Demokratieverständnis nicht zu vereinbaren und beschädigt dauerhaft das Ansehen der ...

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