03.05.2018 / Thema / Seite 12

Die Ruhr brennt

Als Ende 1987 bekannt wurde, dass Krupp sein Stahlwerk in Duisburg-Rheinhausen schließen wollte, kam es zu einem der größten Arbeitskämpfe der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Er endete mit einer Niederlage

Ellen Diederich und Ronald Weber

Westlich des Rheins, wenige Kilometer südlich der Mündung der Ruhr, liegt Duisburg-Rheinhausen, Inbegriff der Stahlindustrie. Hier siedelte sich Ende des 19. Jahrhunderts Krupp an und baute das größte Werk Europas. Am 18. Dezember 1897 nahm die Friedrich-Alfred-Hütte ihren Betrieb auf. Der Standort war perfekt: die Steinkohlenzechen Mevissen und Diergardt in unmittelbarer Nähe, ein eigener Werkshafen am Rhein, also Anbindung an den Rotterdamer Nordseehafen im Norden und das Schwarze Meer im Südosten, zudem ein gut ausgebautes Schienennetz – und Arbeitskräfte en masse.

Mit der Krupp-Hütte wurde aus dem beschaulichen Rheinhausen eine moderne Industriestadt. In den 1970er Jahren arbeiteten dort über 15.000 Menschen. »Kruppianer« – von der Wiege bis zur Bahre. Das Krankenhaus, der Kindergarten, die Schule (Krupp-Gymnasium), die Werkssiedlung, der Konsum, die Bibliothek, sogar die Badeanstalt (»Kruppsee«) – alles war Krupp. Und dank der Gewerbesteuern war Rhei...

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