27.04.2018 / Feminismus / Seite 15

Chronistin und Widerstandskämpferin

Vor 100 Jahren wurde die Schriftstellerin Anja Lundholm geboren

Christiana Puschak

Mit phänomenaler Beobachtungsgabe hat sie über die Schrecken ihrer Kindheit, die Verbrechen der Nazis und die in Konzentrationslagern erlebten Greuel geschrieben. Für das Unaussprechbare fand Anja Lundholm eine Sprache. »Ich schrieb Tag und Nacht, genauer, es schrieb mich. Es war etwas in mir aufgebrochen, das sich nicht mehr zurückdrängen ließ«, erinnerte sie sich später. Ihre Geschichte ist eine von Widerstand und Niemals-Aufgeben. In einem ihrer letzten Interviews sagte Lundholm, der Mensch sei zu allem fähig, sei beinflussbar, lenkbar, und das bereite Angst. Lange wurde ihre literarische Arbeit von der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Erst ihr Buch »Das Höllentor«, ein erschütterndes Dokument ihrer Gefangenschaft im Frauen-KZ Ravensbrück brachte 1988 größere Aufmerksamkeit für ihr Werk. Dabei hatte sie zuvor schon zehn Romane veröffentlicht.

Am 28. April 1918 wurde sie in Düsseldorf als Helga Erdtmann geboren. Ihr Vater war Apo...

Artikel-Länge: 3799 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe