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26.04.2018 / Inland / Seite 4

»Minusleistung« für Zschäpe

NSU-Prozess: Spät hinzugezogener Vertrauensanwalt der Hauptangeklagten trägt Plädoyer vor. Sie sei keine Mittäterin

Claudia Wangerin

Rechtsanwalt Mathias Grasel hat im Münchner NSU-Prozess die ersten beiden Jahre der Hauptverhandlung verpasst, sein älterer Kollege Hermann Borchert sogar die ersten zweieinhalb.

Für die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, die ihre drei »Altverteidiger« schon mehrfach entpflichten lassen wollte, sind Grasel und Borchert die Anwälte ihres Vertrauens. Zu Beginn des Verteidigerplädoyers am Dienstag erklärte Borchert, der noch weniger als Grasel von der Beweisaufnahme mitbekommen hatte, er werde sich mit der Beweiswürdigung auseinandersetzen – die rechtliche Würdigung übernehme dann sein Kollege.

Borchert enthüllte außerdem, dass er derjenige sei, der Zschäpes Einlassungen zu den Tatvorwürfen formuliert habe. So war es keine Überraschung, dass er auch im Schlussvortrag für seine Mandantin den Vorwurf der Mittäterschaft bei zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden und zwei Sprengstoffanschlägen zurückwies.

Zschäpe hatte im Dezember 2015 – nach gut zweieinhal...

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