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21.04.2018 / Titel / Seite 1

Kein Zurück zu Pinochet

100.000 Jugendliche demonstrieren in Chile gegen Bildungspolitik der Rechten. Regierung verweigert Entschädigung für Opfer der Diktatur

André Scheer

Knapp sechs Wochen nach dem Amtsantritt des neuen chilenischen Präsidenten ist die Schonfrist für Sebastián Piñera abgelaufen. Mehr als 100.000 Schüler und Studierende gingen am Donnerstag (Ortszeit) in Santiago de Chile auf die Straße, um gegen die Privatisierungspolitik der von den Rechtsparteien gestellten Regierung zu protestieren. Noch im vergangenen Monat hatte der neue Bildungsminister Gerardo Varela vollmundig verkündet, die Zeit der Demonstrationen sei vorbei – nun schallten ihm lautstark Parolen gegen den Ausverkauf der Hochschulen und das noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur stammende Bildungssystem entgegen.

Die Jugendlichen wollen sich für ein Universitätsstudium nicht mehr verschulden müssen. Bildung dürfe kein Geschäft sein, sondern müsse kostenfrei werden, verlangten sie. Unmittelbarer Anlass für den Protest war ein Urteil des chilenischen Verfassungsgerichts, wonach private Bildungseinrichtungen, die Bestandteil des öffentlichen Schuls...

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