17.04.2018 / Feuilleton / Seite 10

Sexgeschäft im Wandel

Helmut Höge

Das Sexgeschäft erlebt den Übergang vom Industriekapitalismus zum »pharmakopornographischen Kapitalismus«, wie die Queer-Theoretikerin Beatriz Preciado 2012 in ihrem Buch »Pornotopia« festgestellt hat. Laut Preciado werden dabei die »beschränkten alten Formen des Sexkonsums« (im Bordellmilieu) »in audiovisuellen Konsum« verwandelt.

In Berlin kamen die Betreiber des KitKat-Clubs auf die Idee, aus ihren »Hardcore-Partys« eine Pornofilmreihe zu machen. Ähnliches war auch schon in Prag praktiziert worden. Inspiriert von »Big Brother« im Fernsehen wurden dort »Big Sister«-Partys veranstaltet, bei denen jeder mit jedem sexuell verkehren konnte, man musste vorab nur schriftlich erklären, dass man mit der filmischen Verwertung seines Tuns einverstanden sei. Big Sister wurde aus denselben Gründen wieder eingestellt wie die Pornoserie des KitKat-Clubs: zu viele Gestörte auf Drogen.

In »Pornotopia« hat Preciado die Geschichte des Magazins Playboy untersucht. 1953 wu...

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