17.04.2018 / Inland / Seite 4

Ignorierte Völkermorde

Frankfurt am Main: Tagung über Umgang Deutschlands mit Genoziden an Kurden und Jesiden

Gitta Düperthal

Im Bundestag sei stets nur die Rede vom Völkermord an den Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen. Der historische Genozid an den Kurden und die gewaltsame Unterdrückung dieser Minderheit durch die türkischen Regierungen bis heute sei dagegen kein Thema. Das kritisierten der Historiker Mihran Dabag von der Ruhr-Universität Bochum und andere Wissenschaftler auf einer Konferenz am Samstag in Frankfurt am Main. Das Netzwerk kurdischer AkademikerInnen, »Kurd-Akad«, hatte zu einem wissenschaftlichen Austausch über »Genozide im Nahen Osten und Perspektiven für eine Aussöhnung« eingeladen.

Mit der Herausbildung der Nationalstaaten habe die Durchsetzung von Ordnungsvorstellungen begonnen, darunter auch die »einer Gleichheit, die keine Differenzen zulässt«, erklärte Dabag den Hintergrund der Tagung. Der Kulturwissenschaftler Mehmet Bayrak erläuterte, in der Türkei habe schon bei Staatsgründung gegolten: Alles was nicht »dazugehört«, solle assimiliert, zwangs...

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