Gegründet 1947 Donnerstag, 14. November 2019, Nr. 265
Die junge Welt wird von 2220 GenossInnen herausgegeben
17.04.2018 / Inland / Seite 4

Ignorierte Völkermorde

Frankfurt am Main: Tagung über Umgang Deutschlands mit Genoziden an Kurden und Jesiden

Gitta Düperthal

Im Bundestag sei stets nur die Rede vom Völkermord an den Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen. Der historische Genozid an den Kurden und die gewaltsame Unterdrückung dieser Minderheit durch die türkischen Regierungen bis heute sei dagegen kein Thema. Das kritisierten der Historiker Mihran Dabag von der Ruhr-Universität Bochum und andere Wissenschaftler auf einer Konferenz am Samstag in Frankfurt am Main. Das Netzwerk kurdischer AkademikerInnen, »Kurd-Akad«, hatte zu einem wissenschaftlichen Austausch über »Genozide im Nahen Osten und Perspektiven für eine Aussöhnung« eingeladen.

Mit der Herausbildung der Nationalstaaten habe die Durchsetzung von Ordnungsvorstellungen begonnen, darunter auch die »einer Gleichheit, die keine Differenzen zulässt«, erklärte Dabag den Hintergrund der Tagung. Der Kulturwissenschaftler Mehmet Bayrak erläuterte, in der Türkei habe schon bei Staatsgründung gegolten: Alles was nicht »dazugehört«, solle assimiliert, zwangs...

Artikel-Länge: 4075 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €