14.04.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Mit Holzwurm und Atemschutz

Zuerst Verfall, dann »Aufwertung«: Die Reinickendorfer Trettachzeile ist exemplarisch dafür, wie Gentrifizierung in Berlin funktioniert

Peter Schaber

»Wir brauchen noch einen knackigen Slogan«, sagt Regina Schönfeld und präsentiert ein Foto, auf dem eine wilde Mischung aus roten, grünen und schwarzen Farbtönen zu sehen ist. »Ist das Kunst oder kann das weg, könnten wir draufschreiben«, lacht sie. Wenn am Sonnabend Tausende in Berlin zusammenkommen, um gegen den »Mietenwahnsinn« zu demonstrieren, werden Regina Schönfeld und ihr Mitbewohner Jürgen Korte dabeisein. Das Bild, das aussieht wie ein Jackson-Pollock-Nachdruck, wollen sie groß ausgedruckt als Schild tragen. Denn es zeigt den Schimmelbefall ihrer Wohnung in der Reinickendorfer Trettachzeile 15 – ein Ergebnis der Vernachlässigung des Hauses durch die frühere Eigentümerin Deutsche Wohnen SE.

Der Fall von Regina Schönfeld und Jürgen Korte ist in vieler Hinsicht repräsentativ für die Schikanen gegen Mieter in Berlin. Das Grundstück, auf dem sie wohnen, ist malerisch: Denkmalgeschützte Bauten, Mietergärten, ein kleiner Wald, ein alter Bunker. 13 Mens...

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