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10.04.2018 / Ansichten / Seite 8

Realitätsverweigerung

Parlamentswahlen in Ungarn

Matthias István Köhler

Die Vorberichterstattung bürgerlicher Medien in Deutschland zu den Wahlen in Ungarn war gekennzeichnet von einer beeindruckenden Realitätsverweigerung. Da war die Rede von »Orbans Angst«, von einer »revolutionären Stimmung« unter den Wählern. Liberale Kleinstparteien wurden zu Hoffnungsträgern, eine verlorene Bürgermeisterwahl zum bösen Omen stilisiert. Die Ungarn hätten genug von Korruption und einer Politik, die sie aus der Wertegemeinschaft der Europäischen Union (EU) heraus geradewegs in die Arme des »russischen Diktators« Putin treiben würde. Weit gefehlt.

Keine Frage, das Wahlsystem und die Dominanz der von der Regierung organisierten Medien sind Teil der Geschichte. Aber insgesamt ist die Strategie, eine Diskrepanz zwischen rechtsstaatlicher »EU-Norm« und Ungarn zu behaupten, krachend gescheitert. Opposition und ausländische Medien überschätzen bei weitem die Anziehungskraft der EU und ...

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