12.11.2002 / Feuilleton / Seite 14

Rollende Köpfe

Gespenster am toten Mann: Ein Symposium zum Deutschlandbild Heiner Müllers

Alexander Reich

Im Jüdischen Museum Berlin traten am Samstag ein paar hundert Leute an, mit Heiner Müller »Die Nation (zu) beerdigen ...« Initiiert wurde das Symposium von der Internationalen Heiner-Müller-Gesellschaft, einem zwanglosen Zusammenschluß von Privatpersonen wie Corinna Harfouch, Robert Wilson oder der Müller-Witwe Brigitte Maria Mayer. B.K. Tragelehn, der amtierende Vorsitzende, inszenierte 1961 Müllers »Umsiedlerin« und wurde dafür einen Winter lang im Braunkohlentagebau von Klettwitz beschäftigt. In seiner Eröffnungsrede maß er den Gegenstand der Tagung am Datum. Er erinnert an die »halbe Revolution« vom November 1918 und die Novemberpogrome von 1938. Den 9. November von 1989 nannte er unter Verwendung eines Zitats aus den Svendborger Gesprächen zwischen Walter Benjamin und Bertolt Brecht das »unaufwendige Ende der Arbeitermonarchie«.

Für den Dramatiker Müller wurde die deutsche Arbeiterbewegung mit Rosa Luxemburg »enthirnt«. »Die Rosa Luxemburg war ei...

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