12.11.2002 / Feuilleton / Seite 12

Mit oder ohne Nazis

Lorenz Knorr hat ein Buch zur Kontinuität des Völkischen vorgelegt

Georg Grasnick

Ist Rechtsextremismus eine politische Modeerscheinung, ein »Jugendprotest« oder Folge einer »Erziehungsdiktatur« in der DDR? Sind seine Ursachen zu »privatisieren«, indem sie auf zerrüttete Familienverhältnisse oder psychologische Probleme junger Menschen zu reduzieren sind? Das sind so die Fragen, die von Universitäten und Massenmedien aktuell aufgeworfen werden. Lorenz Knorr dagegen seziert Rechtsextremismus in der deutschen Gesellschaft über einen Zeitraum von eineinhalb Jahrhunderten, indem er die Kontinuitäten analysiert, die trotz der historischen Brüche von 1918, 1933, 1945 und 1990 wirksam sind.

Für Knorr kam die schon vorher angelegte Tradition des Völkischen im Kaiserreich zur vollen Entfaltung, besonders der auf deutschem Boden gepflegte Sozialdarwinismus mit seiner Formel »Kampf ums Dasein« wurde zum »Recht des Stärkeren« idealisiert und mit der Verherrlichung von Eroberungskriegen übersetzt. Dies ergab eine Politik, die »allgemeine Gewaltver...

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