09.04.2018 / Feuilleton / Seite 11

Keine Zeit für Revolte

Die Ausstellung »1968« in Wolfsburg: Der Fotograf Robert Lebeck verpasste die Proteste, machte aber politisch wichtige Bilder

Matthias Reichelt

Rudi und Gretchen Dutschke entspannt bei einer Droschkenfahrt durch Prag, Anfang April 1968. Das Foto stammt von Robert Lebeck (1929–2014), der damals für den Stern Eindrücke vom »Prager Frühling« sammelte und zufällig im selben Hotel wie Familie Dutschke untergebracht war. Lebecks Bilder aus Prag wurden bis auf eines nicht veröffentlicht, denn kurz nach der Rückkehr der Dutschkes aus Prag, am 11. April, schoss Josef Bachmann, ein aus München angereister rechtsradikaler Hilfsarbeiter, in Westberlin drei Kugeln auf den charismatischen Studentenführer – vor dem SDS-Büro am Kurfürstendamm. Am 24. Dezember 1979 starb Rudi Dutschke an Spätfolgen des Attentats.

Lebecks Prager Aufnahmen sind in der Ausstellung »1968«, die seine Fotoreportagen aus jenem berühmten Jahr im Wolfsburger Kunstmuseum präsentiert, zu sehen. Heute ist »1968« so etwas wie eine Marke geworden, eine Chiffre für Aufbruch und Revolte, die ein halbes Jahrhundert später gefeiert und mythologisi...

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