09.04.2018 / Inland / Seite 4

Gegen das koloniale Verdrängen

Kongress beschäftigt sich mit der Rolle Hamburgs beim Völkermord an Herero und Nama

Kristian Stemmler

Moses Kooper ist immer noch bewegt. »Ich habe in diesem Haus gestanden – da, wo er den Vernichtungsbefehl unterschrieben hat«, sagte der Chief des Nama-Volkes auf einer Pressekonferenz in Hamburg am Freitag. Am Vortag hatte Kooper das Trotha-Haus auf dem Gelände der Helmut-Schmidt-Universität (früher Bundeswehr-Universität) in Jenfeld besucht. In dem Gebäude residierte Lothar von Trotha, der als Kommandeur der »Schutztruppe« in Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia, die Vernichtung der Nama und Herero anordnete. Von 1904 bis 1908 wurden etwa 80.000 Angehörige der Volksgruppen von Soldaten ermordet, zum Verhungern und Verdursten in die Wüste getrieben oder in Konzentrationslagern durch Unterernährung und schwerste Zwangsarbeit getötet.

Der Besuch im Trotha-Haus war Auftakt für den »Zweiten Transnationalen Herero-und-Nama- Kongress« auf deutschem Boden (nach Berlin 2016). »Koloniales Vergessen: Quo vadis, Hamburg?« hieß das Motto der Tagung. Auf fünf Podien ...

Artikel-Länge: 3107 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe